Influenza: Glossar zur Terminologie Deutsch-Englisch

Im Februar erreicht die jährliche Grippewelle in Deutschland für gewöhnlich ihren Höhepunkt. Im Rahmen unserer Serie zu Viruserkrankungen haben wir zu diesem Thema ein deutsch-englisches Glossar zusammengestellt.

Das Grippevirus

Die echte Grippe (Influenza) beruht auf schnell mutierenden Viren, von denen jedes Jahr andere Stämme das Rennen um die Welt antreten. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Daten für Europa werden über ein Netzwerk aus Europäischer Gesundheitsbehörde (ECDE) und Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Flu News Europe zusammengetragen (Summary anklicken; englische Website).

Wann und wo die Grippe in Deutschland besonders aktiv ist, lässt sich anhand der wöchentlich aktualisierten Grippekarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) beobachten. Eine Meldepflicht für Influenza besteht in Deutschland nur für labordiagnostisch nachgewiesene Fälle und klinisch-epidemiologisch nachgewiesene Erkrankungen (siehe PDF des RKI zu meldepflichtigen Krankheiten, Seite 63/64). Unter den Begriff „akute respiratorische Erkrankungen“ (ARE) fallen Pharyngitis, Bronchitis und Lungenentzündung (Pneumonie). Zu den Fachbegriffen und Hintergründen der Daten stellt die Arbeitsgemeinschaft Influenza beim RKI ein Glossar bereit. Bei der ECDC findet sich ein vergleichbares englischsprachiges Glossar zur Terminologie.

Deutsch Englisch Hinweise
akute respiratorische Erkrankung (f.); ARE acute respiratory illness (ARI) Achtung, die ARE umfassen nicht nur grippeähnliche Erkrankungen (ILI)
Europäische Gesundheitsbehörde (ECDE) European Centre for Disease Control and Prevention
Grippevirus (n.); Influenzavirus (n.) flu virus; influenza virus
Weltgesundheitsorganisation (WHO) World Health Organisation (WHO)

Grippe oder Erkältung? Symptome und Diagnose

Im Sprachgebrauch unterscheidet man bei den akuten Atemwegsinfekten in erster Linie zwischen Erkältung und Grippe. Wenn der Laie sagt: „Ich habe Grippe“, liegt aus ärztlicher Sicht häufig nur ein grippaler Infekt und damit eine Bagatellerkrankung vor.

  1. Erkältung/grippaler Infekt: Eine virusbedingte Entzündung der oberen Atemwege, die je nach Erreger und persönlicher Anfälligkeit mit Schnupfen (Rhinitis), Husten, Halsschmerzen, Heiserkeit, Ohrenentzündungen und leichtem Fieber einhergehen kann. Aus medizinischer Sicht werden die Begriffe synonym verwendet. Umgangssprachlich gilt eine Erkrankung der oberen Atemwege normalerweise als Erkältung („Ich bin etwas/schwer erkältet“).
  2. Grippe (Influenza): Die „echte Grippe“ setzt schlagartig ein. Hinweise sind starkes Krankheitsgefühl, trockener Husten (Bronchitis), Kopf- und Gliederschmerzen und meist hohes Fieber. Gefürchtete Komplikationen sind insbesondere bei Kindern Lungenentzündung (Pneumonie) und akutes Lungenversagen (ARDS). Typisch ist auch eine lange Krankheitsdauer und Rekonvaleszenz.
Deutsch Englisch Hinweise
akutes Lungenversagen (n.) acute respiratory distress syndrome
Atemwegsinfekt (m.) respiratory (tract) infection Infektion der oberen und/oder unteren Atemwege
Bagatellerkrankung (f.) minor ailment häufige, leichte Krankheit, die komplikationslos verläuft und symptomatisch behandelt wird
Erkältung (f.); grippaler Infekt (m.) a cold
Gelenkschmerzen (pl.) joint pain (sing.)
Gliederschmerzen (pl.) body ache(s) (sing. or pl.)
Grippe (f.); Influenza (f.) influenza; the flu
Halsschmerzen (pl.) sore throat (sing.)
Heiserkeit (f.) hoarseness
Husten (m.) cough
Kopfschmerzen (pl.) headache (sing.)
Lungenentzündung (f.); Pneumonie (f.) pneumonia
Muskelschmerzen (pl.) muscle pain (sing.)
Schnupfen (f.) runny nose; rhinitis

Weitere Terminologie zu virusbedingten Infekten finden Sie in unserem Beitrag zum Zika-Virus.

Grippe und Erkältungskrankheiten: Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Symptomatik. Hierzu existieren spezifische kulturelle und familiäre Vorlieben für Hausmittel und rezeptfreie Grippemittel aus der Apotheke. Wenn Hausmittel zur Linderung der Symptome nicht ausreichen oder eine Krankschreibung erforderlich ist,  wird der Hausarzt aufgesucht. Auch bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen sollte rechtzeitig ein Arzt hinzugezogen werden.

Virustatika: Wer innerhalb von 36 bis 48 Stunden nach den ersten Grippesymptomen antivirale Medikamente einnimmt, zum Beispiel Neuraminidasehemmer, kann die Symptome lindern und die Erkrankungsdauer verkürzen. Ein Virustatikum muss vom Arzt verordnet werden; es ist rezeptpflichtig.

Antibiotika: Antibiotika bekämpfen keine Viren, sondern nur Bakterien. Erst bei einer bakteriellen Sekundär- oder Superinfektion sind sie angezeigt. „Superinfektion“ bedeutet, dass die bakterielle Infektion auf eine bereits vorhandene virale Infektion aufsattelt: Bei Grippe, aber auch grippalen Infekten zählen zum Beispiel eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu solchen Komplikationen. Antibiotika sind in Deutschland rezeptpflichtig: Ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, entscheidet der Arzt.

Deutsch Englisch Hinweise
apothekenpflichtige Arzneimittel (pl.) pharmacy medicines (pl.) Arzneimittel, die nur in der Apotheke ausgegeben werden dürfen
frei verkäufliche Arzneimittel (pl.) over-the-counter (OTC) medicines;general sale list (GSL) medicines (pl.) Arzneimittel, die ohne Rezept auch in Supermärkten und Drogeriemärkten erhältlich sind (meist schwach dosierte, traditionelle pflanzliche Mittel)
Hausarzt (m.); Hausärztin (f.) family doctor; family physician; general practitioner (GP); USA auch: primary care physican / primary care provider (siehe auch Begriffsklärung GP bei Wikipedia) Der Hausarzt ist meist ein Arzt für Allgemeinmedizin (Allgemeinmediziner). Er ist der  erste Ansprechpartner für die Patienten. Bei Kindern erfüllt der Kinderarzt diese Funktion.
Hausmittel (n.) home remedies Überlieferte, traditionelle Heilmittel wie kalte und heiße Umschläge oder Kräutertees
Krankschreibung (f.) fit note; medical statement; doctor’s note Begriffsunterscheidungen für UK siehe Link beim NHS
Neuraminidasehemmer (m.) neuroaminidase inhibitor
Rezept (n.) prescription Ärztliche Verordnung für Arzneimittel und Hilfsmittel
rezeptfreie Arzneimittel (pl.) non-prescription medicines (pl.) Arzneimittel, die ohne Rezept verkauft werden dürfen; siehe auch: apothekenpflichtig bzw. frei verkäuflich
rezeptpflichtige Arzneimittel (Synonym: verschreibungspflichtige A.) prescription-only medicines Arzneimittel, die nur in der Apotheke und mit ärztlichem Rezept ausgegeben werden dürfen

Prävention

Die wichtigste Präventionsmaßnahme in der Grippezeit ist ein Verzicht auf Händeschütteln und regelmäßiges Händewaschen.

Die freiwillige Grippeimpfung kann den Ausbruch der Krankheit nicht vollständig verhindern, sondern erleichtert dem Körper nur die Abwehr. Da sich die Erregerstämme ständig verändern, muss die Impfung jeden Herbst wiederholt werden. Die WHO ermittelt jährlich die aktuellen Impfstämme, aus denen der Influenza-Impfstoff gezüchtet wird.

Empfohlen wird die Grippeimpfung für Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben oder arbeiten, Arbeitnehmern, die täglich mit vielen Menschen zusammenkommen (Busfahrer, Ärzte, medizinisches Personal, Beschäftigte in der Altenpflege) sowie älteren Menschen und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen.

Deutsch Englisch
Grippeimpfung (f.)  flu vaccine
Impfstamm (m.)  vaccine strain
Impfstoff (m.)  vaccine
Impfung (f.)  vaccination

Quellen und weiterführende Informationen

Auf Englisch:

http://www.nhs.uk/conditions/Cold-common/Pages/Introduction.aspx
http://www.nhs.uk/conditions/flu/Pages/Introduction.aspx
http://www.nhs.uk/Conditions/Flu/Pages/Treatment.aspx
http://www.nhs.uk/Conditions/Flu/Pages/Prevention.aspx
http://www.nhs.uk/Conditions/Respiratory-tract-infection/Pages/Introduction.aspx
http://www.webmd.boots.com/nhs/medication-and-pharmacy
http://www.cdc.gov/flu/glossary/index.htm
http://www.cdc.gov/flu/about/disease/symptoms.htm
http://www.cdc.gov/flu/professionals/acip/clinical.htm
http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/seasonal_influenza/Pages/index.aspx
http://flunewseurope.org/
http://www.who.int/influenza/vaccines/virus/recommendations/2016_17_north/en/

Auf Deutsch:
http://www.bode-science-center.de/center/glossar/influenza.html
https://influenza.rki.de/
https://influenza.rki.de/Glossar.aspx
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/IPV_Node.html
http://www.pneumologie.de/fileadmin/pneumologie/downloads/Leitlinien/Update_S3_LL-Atemwegsinfektionen-CAP.pdf?cntmark
http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/A-Z/PDF_Kurzversion/Atemwegsinfektionen_k.pdf
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59826
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Neuraminidasehemmer
http://flexikon.doccheck.com/de/Grippaler_Infekt
http://flexikon.doccheck.com/de/Rezeptfrei
http://flexikon.doccheck.com/de/Verschreibungspflicht
http://www.dguv.de/de/Pr%C3%A4vention/Themen-A-Z/Biologische-Gef%C3%A4hrdungen/Saisonale-Influenza/index.jsp
http://www.impfen-info.de/mediathek/printmaterialien/grippeimpfung/

 

Artikel von Imke Brodersen, Übersetzerin (Englisch und Spanisch nach Deutsch) in den Bereichen Medizin, Urkunden und Literatur. Englische Übersetzung und englischsprachige Links von Jayne Fox, Übersetzerin und Texterin im Bereich Medizin. Uns interessiert, was Sie über diesen Artikel denken. Hinterlassen Sie einen Kommentar oder lassen Sie uns auf Twitter diskutieren.

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