Zecken als Krankheitsüberträger: Glossar zur Terminologie Deutsch-Englisch

Zecken sind lästige Blutsauger. Weil sie – wie Stechmücken – Krankheiten auf den Menschen übertragen können, haben wir im Rahmen unserer Reihe über vektorübertragene Erkrankungen ein Glossar zusammengestellt.

Was sind Zecken?

Zecken (Ixodida) sind Spinnentiere aus der Unterklasse der Milben. Adulte Zecken haben acht Beine, die Larven nur sechs Beine. Auffällig ist der deutlich vom Rumpf abgesetzte „Kopf“ mit Beißwerkzeug und Stechrüssel. Umgangssprachlich redet man von einem Zeckenbiss, die korrekte Bezeichnung lautet jedoch Zeckenstich. Für jedes Entwicklungsstadium benötigen sie eine Blutmahlzeit, häufig von einem Zwischenwirt (insbesondere kleinen Nagetieren). Die Zeckenweibchen legen nach dieser Mahlzeit ihre Eier ab.

Deutsch Englisch Hinweise
Frühsommer-Meningoenzephalitis (f.) tickborne encephalitis (TBE) Abkürzung: FSME (f.)
FSME-Virus (n.) TBC virus
endemisch endemic
Zeckenstich (m.)  tick bite “Zeckenbiss“ (m.) ist nicht korrekt, aber in der Umgangssprache gebräuchlich
Zwischenwirt (m.)  intermediate host

Zeckenstich: Typischer Ablauf

Zecken und ihre Larven und Nymphen halten sich im Gras, in altem Laub und im Unterholz auf – nicht nur auf Wiesen und im Wald, sondern auch im Garten oder Park. Aktiv werden sie ab einer Temperatur von circa 7 Grad Celsius.

Wenn ein Säugetier oder ein Mensch nahen, lässt sich die Zecke fallen und geht auf dem Körper des Wirts auf die Suche nach einem passenden Ort für ihren Stich. Dazu wählt sie gern eine gut durchblutete Hautfalte (Kniekehle, Leiste, Achseln, hinter den Ohren).

Eine Zecke saugt sich für mehrere Stunden bis Tage an einer Stelle fest. Während des Saugens hemmt ihr Speichel die Blutgerinnung sowie Entzündungsreaktionen und Schmerzempfinden. Deshalb bleiben Zeckenstiche besonders bei den winzigen Larven häufig unbemerkt. Bei adulten Tieren fällt die vollgesaugte Zecke nach einer Weile als Fremdkörper auf.

Zeckenkrankheiten

Die bekanntesten durch Zecken übertragenen Krankheiten sind die in Mitteleuropa häufige Borreliose und die seltenere, virusbedingte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Daneben übertragen Zecken beispielsweise Babesiose (die beim Menschen durch Befall der Erythrozyten das Blutbild verändern kann), Ehrlichiose, Neoehrlichiose und Rickettsiosen (diverse Erkrankungen durch Rickettsien, darunter Q-Fieber und Bartonellose). Mehrfachinfektionen mit verschiedenen Erregern sind nicht selten. Die seltene Zeckenparalyse, eine Reaktion auf ein Nervengift der adulten weiblichen Zecke, wurde in Europa bisher nicht beobachtet.

Wenn man einen Zeckenstich bemerkt, kann man die vollständig entfernte Zecke im Labor auf Krankheitserreger untersuchen lassen, damit eine eventuelle Infektion gezielt behandelt werden kann. Grundsätzlich sollte man die Stelle markieren und fotografieren und einen Vermerk im Kalender machen. Wenn innerhalb einiger Wochen nach dem Stich unklare Krankheitssymptome – wie zum Beispiel Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen oder eine Hautrötung – auftreten, sollte der Arzt auf den Zeckenstich hingewiesen werden.

Die Diagnose erfolgt anhand der Symptome und wird durch gezielte Laboruntersuchungen (PCR, ELISA, Westernblot und andere Methoden) gesichert. Je nach Krankheitsbild und Befund sind ganz unterschiedliche Behandlungsansätze sinnvoll – von der rein symptomatischen Therapie bis hin zu mehrwöchigen Antibiotikagaben.

Deutsch Englisch Erreger
Babesiose (f.)  babesiosis Babesien (intrazelluläre Parasiten)
Bartonellose (f.)  baronellosis Bakterien (Bartonellen)
Borreliose (f.)  Lyme disease Bakterien (Borrelien)
Ehrlichiose (f.)  ehrlichiosis Bakterien (Ehrlichia)
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis (f.)  tick-borne encephalitis (TBE) FSME-Viren
Neoehrlichiose (f.)  neoehrlichiosis Bakterien (Candidatus neoehrlichia mikurensis)
Q-Fieber (n.) Q fever (auch: Query fever) Bakterien (Coxiella burnetii); Zoonose
Rickettsiose (f.)  rickettsiosis Bakterien (Rickettsiaceae)
PCR  PCR / polymerase chain reaction
ELISA  ELISA / enzyme-linked immunosorbent assay
Westernblot  Western blot

Prävention: Zeckenschutz

Die beste Vorbeugung ist konsequenter Zeckenschutz: lange Ärmel, lange Hosen, Hosen in die Strümpfe stecken, Verwendung von Repellentien. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte die Kleidung gewechselt und der Körper nach Zecken abgesucht werden. Eine festgesaugte Zecke wird rasch und ohne Quetschen entfernt, um zumindest das Borreliose-Risiko zu mindern.

Die sogenannte „Zeckenimpfung“ schützt ausschließlich vor der virusbedingten FSME, nicht aber vor Borreliose oder anderen zeckenübertragenen Krankheiten.

Deutsch Englisch Hinweise
Zeckenschutz (m.) protection from ticks
Repellentien (pl.) insect repellents
Zeckenimpfung (f.) tick-borne encephalitis vaccine Impfung gegen FSME
zeckenübertragene Krankheiten (pl.) tick-borne diseases Siehe Abschnitt „Zeckenkrankheiten“

Quellen und weiterführende Informationen

Auf Englisch:

Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC): zeckenübertragene Erkrankungen (auf Englisch)

Karte des ECDC zur Verbreitung u.a. von Ixodes ricinus (Überträgerart unter „Tick Maps“ wählen)

ECDC: Prevention and control of tick-borne diseases in Europe (PDF)

Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Tick

WebMD: tick bites

MedicineNet: ticks

Auf Deutsch:

Aerzteblatt.de: Neoehrlichia: Zeckenkeim infiziert vor allem Abwehrgeschwächte (28.05.2014)

Robert Koch-Institut: Zeckenübertragene Erkrankungen (Zugriff August 2016)

Portal medizin.de: „Ehrlichiose“ (Zugriff August 2016)

Portal Zeckeninfo

Portal Zeckenwetter: Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Wikipedia Deutschland: „Zecken“ (Zugriff August 2016)

Von Imke Brodersen, Übersetzerin (English und Spanisch nach Deutsch) in den Bereichen Medizin, Urkunden und Literatur. Mich interessiert, was Sie über diesen Artikel denken. Hinterlassen Sie einen Kommentar oder lassen Sie uns auf Twitter diskutieren.

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